Magistrat der Stadt Neustadt (Hessen)

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SILEK-Prozess fortgesetzt

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SILEK-Prozess wird fortgesetzt

SILEK-Prozess in Neustadt schreitet weiter voran

Auch im Jahre 2012 schreitet die Erstellung eines integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes mit räumlichem und thematischem Schwerpunkt (SILEK) für Neustadt und die Stadtteile Mengsberg, Momberg und Speckswinkel weiter voran. Am 11. Januar 2012 kam zunächst unter dem Vorsitz von Bürgermeister Thomas Groll die Lenkungsgruppe im Saal des Rathauses zusammen. Hierbei stellten die Sprecher der Arbeitsgruppen „Agrarstruktur“, „Biotopvernetzung und Gewässerentwicklung“, „Naherholung und Tourismus“ und „Energie“ die ersten Ergebnisse ihrer Gruppen vor. Weiterhin wurde das Vorgehen der kommenden Wochen abgestimmt. Für Februar und März sind weitere Zusammenkünfte der Lenkungsgruppe geplant. Zwischenzeitlich wird das beauftragte Büro Grontmij aus Koblenz die Ergebnisse der Projektgruppen mit Behörden und “Experten” abstimmen und hierüber zudem mit der Kommune in einem intensiven Dialog hinsichtlich der Umsetzbarkeit eintreten. Anschließend wird aus den vorliegenden Projektideen ein Projektkonzept mit sogenannten Leitprojekten erarbeitet. Hierüber wird die Lenkungsgruppe dann nochmals intensiv diskutieren. Zum Abschluss wird dann ein Umsetzungsplan vom Fachbüro erstellt werden. Dieser soll zunächst in der Lenkungsgruppe beschlossen und dann in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt werden. Ebenfalls am 11. Januar 2012 kamen die einzelnen Arbeitsgruppen zu einem Informations- und Meinungsausstausch im Saal des Historischen Rathauses zusammen. Bürgermeister Thomas Groll freute sich sehr darüber, rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich zumeist bereits in den Gruppen intensiv eingebracht haben, begrüßen zu können. Nachdem er nochmals kurz auf den SILEK-Prozess einging, stellten die einzelnen Gruppen ihre Arbeitsergebnisse vor. Die Ortslandwirte Heinrich Hainmüller (Mengsberg), Markus Kuhn (Momberg) und Peter Görge (Neustadt) berichteten aus den jeweiligen Untergruppen für Agrarstruktur. Man war im Kreise der Landwirte des Öfteren zusammengekommen und beriet über Vorschläge zur Verbesserung des Wegenetzes und über verbesserte Bewirtschaftseinheiten. Darüber hinaus wurde im Bereich Mengsberg auch die Frage der Erossion und Überflutung diskutiert. Dies ist auch ein Thema, was den Neustädter Landwirten besonders am Herzen liegt, nicht zuletzt aufgrund der Unwetterereignisse der letzten Jahre. In den einzelnen Gruppen hatte man mit Hilfe des Fachbüros Kurzvorträge erarbeitet, anhand derer man den interessierten  Zuhörern die Ergebnisse vorstellte. Hierbei wurde deutlich, dass es Wege gibt, auf die man verzichten kann und andere wieder instandgesetzt werden müssen. Hier gibt es sicherlich verschiedenste Arbeitsfelder auch im Rahmen des anstehenden Flurbereinigungsverfahrens im Zuge des Weiterbaues der Autobahn A 49. Michael Krieger stellte anschließend die Ergebnisse der Projektgruppe “Biotopvernetzung und Gewässerentwicklung” vor. Die Gruppe kam dreimal im Plenum zusammen und führte verschiedene vor Ort Treffen durch. Entwickelt wurden bisher unterschiedliche Maßnahmenvorschläge, wie die Anpflanzung neuer Feldgehölzer, Hecken oder Streuobstwiesen. Auch mit der Anlage von Biotopen und Geotopen hat man sich beschäftigt. Ebenfalls wurde ein gesonderter Vorschlag zum Erossionsschutz in Neustadt entwickelt. Auch die Renaturierung von Gewässern wurde in der Gruppe diskutiert. Michael Krieger erläuterte ebenfalls anhand von Kartenmaterial die Vorschläge aus diesem Bereich. Für den erkrankten Burkhard Stern übernahm Beatrix Ollig vom Büro Grontmij die Vorstellung der Ergebnisse der Projektgruppe “Naherholung und Tourismus”. Die Themen Rad- und Wanderwege wurde in diesem Kreis ebenso diskutiert, wie Vorschläge für “Möblierung” (Bänke, Rastplätze oder Schutzhütten), die Erstellung von Informationstafeln oder Beschilderungen. Auch die Einbindung der örtlichen Gastronomie kam in dem Kreis zur Sprache. Anhand einer Karte erläuterte Frau Ollig auch hier die Arbeitsergebnisse. Dr. Norbert Clement vom Amt für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf übernahm es, die Arbeitsergebnisse aus dem Bereich “Regenerative Energien” vorzustellen. Hierbei wurde deutlich, dass man insbesondere im Bereich der Windenergie noch Potentiale sieht. Bürgermeister Thomas Groll verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Magistrat dem Entwurf des Haushaltsplanes 2012 15.000,- € für entsprechende Gutachten und die Änderung des Flächennutzungsplanes eingestellt habe. Auch mit Stadtallendorf gebe es bereits erste Kontakte über Möglichkeiten einer interkommunalen Zusammenarbeit in diesem Bereich. Weitere Themen, die man in der Gruppe mit Experten diskutiert hatte, waren Bio-Gas, Nahwärmenetze oder die Nutzung von Holz aus dem Stadtwald. Hierbei wurde deutlich, dass insbesondere bei Bio-Gas-Anlagen darauf ankommt, dass Landwirte die Initiative ergreifen. Dies ist in der Kommune derzeit nicht der Fall. Die Arbeitsergebnisse wurden sodann anhand von Kartenmaterial nochmals allen Interessierten vorgestellt. Bürgermeister Thomas Groll zeigte sich erfreut darüber, dass in ehrenamtlicher Arbeit so viele Ideen entwickelt worden seien. Nun gelte es, diese zu priorisieren und auf die Machbarkeit abzuklopfen. Er verwies darauf, dass es sicherlich schwierig sei, kurzfristig und mittelfristig alle in Frage kommenden  Ideen umzusetzen, da es sicherlich auch an den Mitteln hierfür fehle. Aber über einen längeren Zeitraum hinweg sei er sehr optimistisch, dass man doch etliches auf den Weg bringen könne. Er hoffe auf ehrenamtliche Hilfe und setze auch auf Projektarbeit des städtischen Bauhofes.

 

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